ADHS-Diagnostik Erwachsene – Berlin
In unserer Praxis in Berlin-Friedrichshain bieten wir eine fundierte ADHS Diagnostik für Erwachsene an, bei denen der Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht.
- Direkt online buchen und starten
- Qualifizierte Psychotherapeut:innen
- Ausführliche Diagnostik mit umfangreichem Befundberucht
ADHS im Erwachsenenalter: Warum wird ADHS häufig spät erkannt?
Viele Erwachsene leben über Jahre oder sogar Jahrzehnte mit einer ADHS, ohne je eine Diagnose und eine entsprechende Behandlung erhalten zu haben. Die Gründe dafür stehe häufig in Zusammenhang mit einer falschen Bewertung von ADHS-Symptomen (z.B. Verkennung als Stress), einem Gewöhnungseffekt oder mehr oder weniger erfolgreichen Strategien im Umgang mit den Symptomen. Außerdem äußern sich ADHS Symptome im Erwachsenenalter anders, als die Symptome im Kindesalter:
Verkennung als Stress
Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe oder schnelle Reizüberflutung werden häufig als typische Begleiterscheinungen von beruflicher oder familiärer Belastung interpretiert. Im hektischen Alltag werden diese Anzeichen daher oft als „Stresssymptome“ abgetan – eine genaue Untersuchung auf eine mögliche Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung findet meist nicht statt.
Kompensation der Symptome
Ein weiterer Grund für die späte Diagnosestellung liegt in der hohen Anpassungsleistung vieler Betroffenen. Menschen mit ADHS im Erwachsenenalter entwickeln häufig über Jahre hinweg individuelle Verhaltensweisen, um ihre Schwierigkeiten zu kompensieren – zum Beispiel durch strukturierende Routinen, besonders ausgeprägte Selbstkontrolle oder kompensatorische Kreativität. Auch eine schnelle Auffassungsgabe kann dazu beitragen, dass Eltern die Symptome in der Kindheit nicht auffallen, da z.B. Schulergebnisse trotz Aufmerksamkeitsdefizit zufriedenstellend ausfallen. Dies kann dazu führen, dass ADHS-Symptome im Alltag lange unentdeckt bleiben, obwohl sie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Gewöhnung an Symptome
Da viele Menschen mit einer ADHS bereits seit dem Kindesalter mit bestimmten inneren Spannungen oder Konzentrationsproblemen leben, nehmen sie ihre Symptome oft nicht mehr als behandlungsbedürftig wahr. Sie erleben sie als Teil ihrer Persönlichkeit – und häufig auch das soziale Umfeld, das ihnen nahelegt, sich einfach „zusammenzureißen“, trägt dazu bei, dass sie keine Diagnostik in Anspruch nehmen.
Symptome im Erwachsenenalter
ADHS wird im Erwachsenenalter oft nicht erkannt, weil gesellschaftlich vor allem die stereotypen kindlichen Symptome bekannt sind: das zappelige Kind, das nicht stillsitzen kann, dazwischenruft oder ständig andere unterbricht. Dieses Bild prägt häufig die Vorstellung davon, wie ADHS aussehen „muss“. Bei Erwachsenen zeigt sich ADHS jedoch oft weniger sichtbar, zum Beispiel eher in innerer Unruhe, Vergesslichkeit, Desorganisation oder Schwierigkeiten, Aufgaben zu Ende zu bringen. So können Betroffene nach außen ruhig wirken, im Alltag aber trotzdem stark belastet sein.
ADHS Symptome bei Erwachsenen
Die folgenden Symptome treten bei ADHS im Erwachsenenalter in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Sie betreffen meist mehrere Lebensbereiche gleichzeitig – z. B. Beruf, Familie, Alltag oder soziale Beziehungen – und führen zu einer deutlich erhöhten Belastung.
Wichtig: Nicht jede unruhige oder unkonzentrierte Phase ist automatisch ein Hinweis auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Erst wenn sich mehrere dieser Symptome über einen längeren Zeitraum hinweg zeigen und zu Schwierigkeiten im Alltag führen, ist eine gezielte ADHS Diagnostik angezeigt.
Aufmerksamkeitsprobleme
Bei Erwachsenen mit ADHS zeigt sich eine verminderte Konzentrationsfähigkeit besonders bei langweiligen oder wenig interessanten Aufgaben. Tätigkeiten, die Durchhaltevermögen erfordern, fallen oft schwer und werden eher vermieden. Gleichzeitig kann bei starkem Interesse oder unter Zeitdruck auch eine Hyperfokussierung auftreten. Typisch sind außerdem eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, Ablenkbarkeit, Schwierigkeiten, in Gesprächen bei der Sache zu bleiben, sowie häufige Vergesslichkeit und Probleme mit der Organisation im Alltag.
Hyperaktivität
Bei Erwachsenen zeigt sich die Hyperaktivität bei ADHS oft deutlich subtiler als im Kindesalter. An die Stelle einer ausgeprägten motorischen Unruhe tritt häufig eher ein anhaltendes Gefühl innerer Getriebenheit oder Rastlosigkeit, also ein ständiges „unter Strom stehen“. Typisch sind Bewegungsdrang, Zappeligkeit, Nervosität, innere Unruhe, Ungeduld und ein deutliches Unbehagen bei sitzenden Tätigkeiten. Viele Betroffene verspüren den Drang, immer wieder aufzustehen oder umherzulaufen, und haben ein generelles Bedürfnis nach Aktivität und Bewegungsfreiheit. Entspannung fällt ihnen oft schwer; stattdessen fühlen sie sich dauerhaft angespannt oder wie „aufgezogen“.
Impulsivität
Bei Erwachsenen mit ADHS kann Impulsivität den Alltag, das Berufsleben und zwischenmenschliche Beziehungen spürbar belasten. Häufig wird schnell gehandelt oder entschieden, ohne die Folgen ausreichend zu bedenken. In Gesprächen zeigt sich dies oft durch Unterbrechen oder vorschnelles Reagieren. Auch spontane Käufe, ein unüberlegter Umgang mit Geld oder eine erhöhte Risikobereitschaft können Ausdruck davon sein.
Stimmungsschwankungen
Bei Erwachsenen mit ADHS treten häufig Stimmungsschwankungen auf, etwa in Form rasch wechselnder Stimmungslagen sowie kurzer Phasen von Niedergeschlagenheit oder Gereiztheit. Viele Betroffene erleben zudem eine ausgeprägte Übererregtheit oder emotionale Überflutung, die über mehrere Stunden oder sogar Tage anhalten kann. Ebenfalls typisch sind kurze, intensive Wutausbrüche mit einem „niedrigen Siedepunkt“, die zwar heftig sein können, jedoch meist nicht mit einem lang anhaltenden Groll verbunden sind.
Geringe Stresstoleranz
Viele Erwachsene mit ADHS erleben eine geringe Stresstoleranz, die häufig ein wichtiger Anlass ist, eine Diagnostik in Anspruch zu nehmen. Betroffene haben oft das Gefühl, im Alltag weniger belastbar zu sein als andere, ohne genau zu verstehen, warum ihnen vieles schneller zu viel wird. Schon alltägliche Anforderungen können zu Unruhe, innerer Anspannung oder Überforderung führen, sodass der Eindruck entsteht, ein chronisch „dünnes Fell“ zu haben oder innerlich durcheinanderzugeraten.
Desorganisation
Bei Erwachsenen mit ADHS zeigt sich Desorganisation oft in vielen Lebensbereichen, etwa im Beruf, in der Partnerschaft, in der Familie oder im Haushalt, und führt nicht selten zu dauerhaftem Stress oder einem Gefühl von Überforderung. Typisch sind Schwierigkeiten, Aufgaben sinnvoll zu planen oder Fristen einzuhalten, ebenso wie Sprunghaftigkeit, mangelnde Priorisierung und anhaltende Unordnung. Auch das wiederholte Verlegen von Gegenständen kommt häufig vor – selbst dann, wenn bereits große Anstrengungen unternommen werden, mehr Struktur in den Alltag zu bringen.
ADHS Diagnostik für Erwachsene: Der Ablauf
1. Terminbuchung Online oder per Telefon
Sie können den ersten Termin Ihrer ADHS Diagnostik bequem Online oder per Telefon buchen. Im Regelfall gibt es insgesamt 4-5 Termine. In Ausnahmefällen kann die Sitzungsanzahl davon abweichen.
2. Ihr erster Termin
Beim ersten Termin lernen Sie die Therapeut:in kennen, es wird eine ADHS-spezifische Anamnese erhoben. und sie bekommen einen Überblick der Diagnostikinhalte und des Prozesses. Im Regelfall gibt es insgesamt 4-5 Diagnostik-Termine. In Ausnahmefällen kann die Sitzungsanzahl davon abweichen.
Zudem werden die Folgetermine geplant. Alternativ ist auch eine Online-Buchung der Folgetermine möglich.
Die folgenden Diagnostiktermine finden entweder an einem unserer Standorte in Berlin-Friedrichshain oder digital statt.
3. Inhalte der ADHS Diagnostik für Erwachsene
4. Fundierter Befundbericht
Nach der Untersuchung bekommen Sie eine schriftliche Zusammenfassung, in der die Ergebnisse der ADHS-Diagnostik nachvollziehbar und übersichtlich dargestellt sind. So erhalten Sie einen klaren Überblick über die diagnostische Einschätzung und die daraus abgeleiteten Empfehlungen. Auf Wunsch kann dieser Bericht außerdem bei der Weiterbehandlung unterstützen, etwa als Grundlage für ein Gespräch mit einer Psychiaterin oder einem Psychiater über eine mögliche medikamentöse Therapie.
5. Behandlungsempfehlung
Auf Basis der Untersuchungsergebnisse entwickeln wir gemeinsam eine Empfehlung für das weitere Vorgehen. Dabei schauen wir zusammen, welche Unterstützungsangebote in Ihrer Situation hilfreich sein könnten, etwa ein besseres Verständnis der ADHS, psychotherapeutische Begleitung, passende Selbsthilfeformate oder auch eine ärztlich begleitete medikamentöse Behandlung. Ziel ist es, aus den diagnostischen Erkenntnissen konkrete und individuell passende nächste Schritte abzuleiten.
Kostenübersicht
Für privat versicherte Personen
Die Kosten für die ADHS Diagnostik werden in der Regel von privaten Krankenversicherungen übernommen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für PsychotherapeutInnen (GOP). Sie erhalten auf Wunsch vorab eine Aufstellung der voraussichtlichen Leistungen und Sitzungsanzahl. Für die gesamte Diagnostik sind in der Regel vier bis fünf Sitzungen vorgesehen. In seltenen Fällen, etwa bei verspätetem Erscheinen oder diagnostisch komplexen Situationen, kann es erforderlich sein, zusätzliche Sitzungen zu vereinbaren.
Für SelbstzahlerInnen
Die Kosten für SelbstzahlerInnen pro Sitzung (50 Minuten) können hier eingesehen werden. Für die gesamte Diagnostik sind in der Regel vier bis fünf Sitzungen vorgesehen. In seltenen Fällen, etwa bei verspätetem Erscheinen oder diagnostisch komplexen Situationen, kann es erforderlich sein, zusätzliche Sitzungen zu vereinbaren.
Abrechnungshinweis
Bitte beachten Sie, dass wir nicht mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen und auch nicht am Kostenerstattungsverfahren teilnehmen. Gesetzlich Versicherte müssen die Kosten der ADHS Diagnostik daher selbst tragen.
Häufige Fragen zur ADHS Diagnostik bei Erwachsenen
Wie lange dauert die ADHS Diagnostik im Erwachsenenalter?
Die ADHS Diagnostik umfasst in unserer Praxis in der Regel fünf Sitzungen à 50 Minuten. Bei komplexeren Fällen – etwa bei sehr umfangreicher Anamnese, Unsicherheiten in der Differentialdiagnostik kann eine zusätzliche Sitzung erforderlich werden. Auch wenn Sitzungen kürzer ausfallen, weil Patient:innen zu spät kommen oder Unterlagen zu spät einreichen, kann es im Ausnahmefall dazu führen, dass eine sechste Sitzung gemacht werden muss. Ziel ist stets eine fundierte und individuell nachvollziehbare Diagnosestellung.
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer ADHS Diagnostik?
Die strukturierte ADHS Diagnostik bei Erwachsenen ermöglicht eine hohe diagnostische Klarheit – vor allem, wenn sie auf verschiedenen Informationsquellen basiert (z. B. Selbstbericht, Fremdeinschätzung, Schulzeugnisse, klinisches Interview, Fragebogen Diagnostik). Eine gesicherte Diagnose bildet zudem die Voraussetzung für eine gezielte Behandlung, etwa durch Psychotherapie, Psychoedukation oder auch die Überweisung an FachärztInnen, sofern eine medikamentöse Unterstützung geprüft werden soll. Die Diagnostik allein ist kein therapeutischer Schritt – sie ist aber der wichtigste Ausgangspunkt, um eigene Muster zu verstehen und individuelle Therapieziele zu definieren.
Wird ADHS im Erwachsenenalter anders diagnostiziert als bei Kindern?
Ja – auch wenn sich die Grundstruktur der Diagnostik an den Kriterien der DSM-5 und ICD-10 orientiert, unterscheidet sich der Prozess deutlich vom Vorgehen bei Kindern. Bei Erwachsenen stehen weniger motorische Unruhe, sondern eher Desorganisation, emotionale Dysregulation und Aufmerksamkeitsprobleme im Vordergrund. Zudem werden biografische Aspekte und Symptome aus dem Kindesalter stärker retrospektiv erfasst, z. B. durch Berichte aus der Schulzeit oder Fremdanamnese. Ziel ist eine möglichst umfassende Sicht auf die Entwicklung der Störungen über die Lebensspanne hinweg.
Wird die Diagnostik von der Krankenkasse übernommen?
Privatversicherte können die Kosten in der Regel über ihre Versicherung abrechnen. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der Gebührenordnung für PsychotherapeutInnen (GOP).
Gesetzlich Versicherte hingegen müssen die ADHS Diagnostik als Selbstzahlerleistung übernehmen, da unsere Praxis nicht mit gesetzlichen Kassen zusammenarbeitet und nicht am Kostenerstattungsverfahren teilnimmt.
Welche Rolle spielt eine medikamentöse Behandlung?
In unserer Praxis liegt der Fokus auf der Diagnostik und ggf. einer anschließenden psychotherapeutischen Begleitung. Die Verordnung von Medikamenten und ADHS-spezifischen Präparate, erfolgt ausschließlich durch entsprechend qualifizierte Ärzte wie z.B. Psychiater und Neurologen. Nach der Diagnostik erhalten Sie einen umfassenden Befundbericht der den Ärzten im Regelfall als Entscheidungsgrundlage für eine etwaige medikamentöse Behandlung dient.
Was passiert nach der Diagnosestellung?
Nach einer gesicherten Diagnose erhalten Sie eine ausführlichen Befundbericht über die Ausprägung der Symptome, Hinweise und Empfehlungen zur Behandlung sowie – wenn gewünscht – Informationen zu möglichen nächsten Schritten. Das kann eine psychotherapeutische Unterstützung, ein Coaching zur Alltagsstrukturierung oder ggf. eine ärztliche Weiterleitung sein. Die nächsten Schritte gestalten wir mit Ihnen gemeinsam – basierend auf Ihren Bedürfnissen, Ihrer Lebensrealität und dem individuellen Ergebnis der Diagnostik.