Das wichtigste auf einen Blick
Burnout bezeichnet ein arbeitsbezogenes Belastungsphänomen und ist keine eigenständige psychische Erkrankung.
Typisch sind starke Erschöpfung, wachsende Distanz zur Arbeit und das Erleben nachlassender beruflicher Wirksamkeit.
Häufig wirken hohe Anforderungen, fehlende Ressourcen und unzureichende Erholung zusammen; bei anhaltender Belastung kann Unterstützung sinnvoll sein.
- Psychotherapeutische und arbeitsbezogene Veränderungen können individuell kombiniert und an mögliche Begleiterkrankungen angepasst werden.
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Was ist Burnout?
Burnout bezeichnet ein Beschwerdebild, das mit chronischem, nicht erfolgreich bewältigtem Stress am Arbeitsplatz verbunden ist. Im Mittelpunkt stehen Erschöpfung, zunehmende mentale Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und das Erleben verringerter beruflicher Wirksamkeit. Anders als vorübergehende Müdigkeit klingt diese Belastung nicht zuverlässig nach einem freien Abend oder einem erholsamen Wochenende ab. Die Weltgesundheitsorganisation führt Burnout in der ICD-11 als arbeitsbezogenes Phänomen unter QD85, nicht als eigenständige Krankheit oder psychische Störung. In der deutschen ICD-10-GM wird „Ausgebranntsein [Burnout]“ unter Z73, Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, eingeordnet. Da ähnliche Beschwerden auch bei Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen oder körperlichen Erkrankungen auftreten können, ist eine sorgfältige Abklärung wichtig. Passende Entlastungs- und Behandlungsschritte können anschließend individuell entwickelt werden.
Abgrenzung und Ausprägungen bei Burnout
Erschöpfung nach hoher Beanspruchung ist zunächst eine normale Reaktion. Von Burnout wird gesprochen, wenn chronischer Arbeitsstress nicht erfolgreich bewältigt wurde und Erschöpfung, mentale Distanz oder Zynismus sowie ein vermindertes Wirksamkeitserleben prägend werden.
Synonyme und Bezeichnungen für Burnout
Burnout und Ausgebranntsein werden weitgehend gleichbedeutend verwendet. Burnout gilt in den Klassifikationssystemen nicht als eigenständige psychische Störung, sondern als arbeitsbezogenes Phänomen beziehungsweise Anlass für die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens.
Ausgebranntsein
Burnout-Syndrom
Erschöpfung
Codes und Klassifikation bei Burnout
Burnout wird in den Klassifikationen nicht einheitlich behandelt. Ein Code dokumentiert hier einen gesundheitsrelevanten Kontext, nicht automatisch eine psychische Erkrankung.
ICD-10-GM:
Z73
ICD-11:
QD85
DSM-5:
keine eigenständige Kennzeichnung
Tritt häufig zusammen auf mit:
Depressiven Störungen
Angststörungen
Insomnischen Störungen
- Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum
Auf einen Blick: Die Fakten
Keine eigenständige Krankheit
Die ICD-11 führt Burn-out als arbeitsbezogenes Phänomen und ausdrücklich nicht als medizinische Erkrankung.
Drei Kerndimensionen
Die WHO beschreibt Erschöpfung, mentale Distanz beziehungsweise Zynismus gegenüber der Arbeit und verringerte berufliche Wirksamkeit.
ICD-10-GM: Z73
In Deutschland steht „Ausgebranntsein [Burn-out]“ unter Z73, Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung; in der ICD-11 lautet der Code QD85.
Keine verlässliche allgemeine Prävalenz
Unterschiedliche Definitionen und Messinstrumente verhindern eine belastbare allgemeine Häufigkeitsangabe. Eine deutsche Hausarzt-Datenbankstudie ermittelte für dokumentierte Burn-out-Diagnosen 2020–2022 einen Anteil von 3,6 Prozent innerhalb der untersuchten Praxiskohorte – nicht in der Gesamtbevölkerung.
Woran erkennt man Burnout?
Kennzeichnend ist eine länger anhaltende arbeitsbezogene Belastung mit Erschöpfung, innerer Distanz und verringerter Wirksamkeit. Welche Gedanken, Gefühle und körperlichen Reaktionen im Vordergrund stehen, kann individuell sehr verschieden sein.
Im Denken
Im Fühlen
Im Verhalten und Körper
Wie sich Burnout anfühlen kann
Miriam, 43, koordiniert Projekte in einem mittelständischen Unternehmen und gilt als zuverlässig, freundlich und belastbar. Seit Monaten beginnt sie früher, beantwortet abends noch Nachrichten und übernimmt Aufgaben, wenn andere ausfallen. Gleichzeitig liest sie manche E-Mail mehrfach, vergisst Absprachen und denkt schon sonntags angespannt an die kommende Woche. Ihr Nacken ist oft verspannt, nachts wacht sie mit einer inneren Aufgabenliste auf. Um nicht als unzuverlässig zu erscheinen, streicht sie Pausen, Sport und Treffen mit Freunden. Kurzfristig schafft sie dadurch mehr; langfristig fühlt sie sich immer leerer und reagiert zunehmend gereizt auf Kolleginnen und Kollegen. Selbst nach einem freien Wochenende fehlt ihr die gewohnte Kraft. Als sie während einer Besprechung plötzlich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, spricht sie erstmals mit ihrer Partnerin über die Belastung und beschließt, sich fachlich beraten zu lassen.
Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung – Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.
Wie entsteht Burnout?
Burnout lässt sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Häufig treffen anhaltende Anforderungen, begrenzte persönliche oder organisatorische Ressourcen, individuelle Erfahrungen und unzureichende Erholung aufeinander; das hat nichts mit Schuld oder Willensschwäche zu tun.
Der Kreislauf aus Anforderungen, Erschöpfung und kurzfristiger Bewältigung
Sind Arbeitsanforderungen dauerhaft höher als die verfügbaren Ressourcen, bleibt das Stresssystem häufig aktiviert und Erholung wird schwieriger. Wachsende Erschöpfung kann zu innerer Distanz und Leistungseinbußen führen. Manche Menschen reagieren darauf mit noch mehr Einsatz, andere ziehen sich zurück. Beides kann kurzfristig entlasten oder das Funktionieren sichern, ohne das Ungleichgewicht nachhaltig zu verändern. Das Job-Demands-Resources-Modell von Bakker und Demerouti beschreibt dieses Zusammenspiel von Arbeitsanforderungen und verfügbaren Ressourcen. Veränderung kann an mehreren Stellen ansetzen: Anforderungen prüfen, Ressourcen stärken, Erholung ermöglichen und automatische Bewältigungsmuster schrittweise verändern.
Selbsttest für Burnout
Ein orientierender Selbsttest kann helfen, die eigene Erschöpfung und arbeitsbezogene Belastung bewusster wahrzunehmen. Er ersetzt keine fachliche Abklärung und kann Burnout nicht sicher von Depressionen, Angststörungen oder körperlichen Erkrankungen unterscheiden.
Der Test ersetzt keine Diagnose – eine verlässliche Einschätzung ist nur im persönlichen Gespräch möglich.
Wann sollte man Hilfe suchen?
Es gibt keinen „richtigen“ Schweregrad, ab dem man Unterstützung suchen darf. Ein Gespräch kann sinnvoll sein, wenn eines davon auf Sie zutrifft:
Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, oder sich in einer akuten Krise befinden, holen Sie sich bitte sofort Unterstützung – Sie müssen damit nicht allein bleiben:
Telefonseelsorge
0800 111 0 111
(rund um die Uhr, kostenfrei)
Krisendienst
www.berliner-krisendienst.de
im Notfall
Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Klinik
Am Anfang stehen eine sorgfältige Einordnung der Beschwerden sowie die Abklärung psychischer und körperlicher Begleiterkrankungen. Abhängig vom individuellen Befund können psychotherapeutische, arbeitsbezogene, medizinische und soziale Maßnahmen verbunden werden; Auswahl und Tempo werden gemeinsam festgelegt.
Ablauf
So läuft der Start ab
Ein klar strukturierter Prozess, der Orientierung und Sicherheit gibt.
FAQs
Häufige Fragen rund um das Themengebiet und die Therapie
Fachlich geprüft von
Nicolas Sander
Fachkundenachweis Verhaltenstherapie
Approbiert nach § 1 PsychThG
Psychologischer Psychotherapeut
Zuletzt geprüft 08.07.26
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