Behandlungsfeld
ICD-10 · F41.0
Panikattacken
Angstattacken
Plötzliches Herzrasen, Atemnot oder Schwindel ohne erkennbaren Anlass und danach die Sorge, dass es wieder passiert – das kann sehr beängstigend sein und ist kein Zeichen persönlicher Schwäche. Eine fundierte Einordnung kann helfen, die Beschwerden besser zu verstehen und mögliche nächste Schritte in Ruhe zu betrachten.
Bei Freiraum behandeln wir Panikstörung mit Verhaltenstherapie – strukturiert, persönlich und in Ihrem Tempo.
Bei Freiraum
Verhaltenstherapie
Approbierte Therapeut:innen
Friedrichshain oder online
Fachlich geprüft
Eine Panikstörung ist durch wiederkehrende, oft unerwartete Panikattacken und die Angst vor weiteren Attacken gekennzeichnet.
Typisch sind starke körperliche Alarmreaktionen, katastrophisierende Gedanken und zunehmende Vorsicht im Alltag.
Körperliche Anfälligkeit, Lernerfahrungen und Belastungen können zusammenwirken; Beschwerden sollten auch ärztlich abgeklärt werden.
Kognitive Verhaltenstherapie wird in der deutschen S3-Leitlinie empfohlen und kann helfen, Körpersignale neu einzuordnen und Vermeidung abzubauen.
Im Mittelpunkt stehen wiederkehrende, plötzlich einsetzende Angstanfälle mit starken körperlichen Reaktionen und die anhaltende Sorge vor weiteren Attacken. Das Erleben ist sehr individuell und sollte stets im Gesamtzusammenhang fachlich eingeordnet werden.
Wie sich eine Panikstörung anfühlen kann
Jonas ist 31 Jahre alt und arbeitet als Projektleiter in einer Agentur. An einem gewöhnlichen Abend im Supermarkt spürt er plötzlich Herzrasen, ihm wird schwindelig und er bekommt kaum Luft. Überzeugt, einen Herzinfarkt zu haben, lässt er sich in die Notaufnahme bringen – die Untersuchungen sind unauffällig. In den folgenden Wochen kommen die Anfälle wieder, mal im Büro, mal nachts auf dem Sofa. Jonas beginnt, seinen Puls zu kontrollieren, verzichtet auf Kaffee und Sport und hat stets eine Wasserflasche dabei. Die Erleichterung, wenn eine Attacke vorbei ist, hält nicht lange an: Schon am nächsten Morgen fragt er sich, ob es heute wieder passiert. Meetings, Bahnfahrten und Verabredungen fühlen sich zunehmend riskant an. Als er eine lange geplante Reise absagt, merkt er, wie sehr die Angst vor der Angst seinen Alltag bestimmt, und vereinbart ein erstes Gespräch.
Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung – Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.
Zu Beginn werden Attacken, Auslöser, körperliche Reaktionen, Bewertungen und Sicherheitsverhalten gemeinsam eingeordnet. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt bei Panikstörung kognitive Verhaltenstherapie; Übungen mit den gefürchteten Körperempfindungen und, falls nötig, mit gemiedenen Situationen bilden dabei einen wichtigen Bestandteil. Abhängig von Vorgeschichte, Begleiterkrankungen und persönlichen Präferenzen können weitere psychotherapeutische oder ärztlich begleitete Ansätze infrage kommen. Auswahl, Reihenfolge und Tempo werden gemeinsam festgelegt.
Bei uns
Ihre Psychotherapeut:innen
Ein orientierender Selbsttest kann Ihnen helfen, Panikattacken, Erwartungsangst und Einschränkungen bewusster wahrzunehmen. Er ersetzt keine fachliche Diagnose, kann aber eine erste Grundlage für ein persönliches Gespräch bieten.
Der Test ersetzt keine Diagnose – eine verlässliche Einschätzung ist nur im persönlichen Gespräch möglich.
Eine Panikstörung ist eine Angststörung, bei der wiederholt Panikattacken auftreten, die nicht auf eine bestimmte Situation oder einen erkennbaren Auslöser beschränkt sind. Eine Panikattacke ist eine plötzliche Welle intensiver Angst, die innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt erreicht und häufig mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern oder Engegefühl in der Brust einhergeht. Viele Betroffene befürchten in diesem Moment, ohnmächtig zu werden, einen Herzinfarkt zu erleiden oder die Kontrolle zu verlieren. Zwischen den Attacken entwickelt sich oft eine anhaltende Erwartungsangst vor dem nächsten Anfall. In der ICD-10-GM wird die Panikstörung unter F41.0 geführt; tritt sie gemeinsam mit einer Agoraphobie auf, wird diese Kombination unter F40.01 erfasst. Eine fachgerechte Diagnose berücksichtigt das gesamte Erleben, die Beeinträchtigung und mögliche körperliche Ursachen. Eine Panikstörung ist psychotherapeutisch behandelbar, wobei der passende Weg individuell abgestimmt wird.
Eine einzelne Panikattacke erleben viele Menschen irgendwann im Leben. Von einer Panikstörung wird gesprochen, wenn Attacken wiederholt und unerwartet auftreten und die Angst vor weiteren Anfällen den Alltag spürbar prägt.
Panikstörung ist die fachliche Diagnosebezeichnung. Begriffe wie Panikattacken oder Angstattacken beschreiben einzelne Anfälle, aber nicht die Störung als Ganzes. Weitere Begriffe bezeichnen Fachausdrücke oder Varianten.
Panikattacken
Angstattacken
Episodisch paroxysmale Angst
Panikanfälle
mit Agoraphobie
ohne Agoraphobie
Codes dienen der einheitlichen Dokumentation. Welche Zuordnung passt, wird im diagnostischen Gespräch geklärt, insbesondere ob zusätzlich eine Agoraphobie besteht.
ICD-10-GM:
F41.0
ICD-10-GM:
F40.01
ICD-11:
6B01
DSM-5:
300.01
Tritt häufig zusammen auf mit:
Agoraphobie
Depressiven Störungen
Generalisierter Angststörung
Sozialer Angststörung
Spezifischen Phobien
Substanzbezogenen Störungen
Auf einen Blick: Die Fakten
2 von 100
In der bundesweiten Studie DEGS1-MH erfüllten innerhalb eines Jahres etwa 2,0 % der Erwachsenen in Deutschland die Kriterien einer Panikstörung – mit und ohne Agoraphobie.
Frauen häufiger betroffen
In derselben Erhebung lag die 12-Monats-Häufigkeit bei Frauen bei 2,8 % und bei Männern bei 1,2 %. Die Werte beruhen auf standardisierten Interviews und sind Schätzungen.
ICD-10-GM: F41.0
Die ICD-10-GM bezeichnet die Panikstörung als „episodisch paroxysmale Angst“. Besteht zusätzlich eine Agoraphobie, wird F40.01 verwendet; in der ICD-11 lautet der Code 6B01.
Meist gibt es nicht die eine Ursache. Körperliche Anfälligkeit, persönliche Lernerfahrungen und aktuelle Belastungen können zusammenwirken; die Angst vor der Angst und Vermeidung können die Störung später zusätzlich aufrechterhalten. Eine Panikstörung ist weder Schuld noch Ausdruck mangelnder Willenskraft.
Ein Panikanfall beginnt häufig mit einer harmlosen Körperempfindung, etwa einem schnelleren Herzschlag nach Treppensteigen oder Kaffee. Wird diese Veränderung als gefährlich bewertet – „Mit meinem Herzen stimmt etwas nicht“ –, entsteht Angst. Angst wiederum verstärkt die körperlichen Reaktionen: Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird flacher, Schwindel kann hinzukommen. Diese stärkeren Empfindungen scheinen die Befürchtung zu bestätigen, und der Kreislauf schaukelt sich innerhalb kurzer Zeit auf. Das psychophysiologische Modell nach Margraf und Schneider beschreibt diesen Teufelskreis der Angst. In einer Therapie kann er gemeinsam verstanden und durch neue Erfahrungen mit Körpersignalen schrittweise unterbrochen werden. Das Tempo richtet sich nach Ihrer Situation und wird nicht erzwungen.
Ablauf
Ein klar strukturierter Prozess, der Orientierung und Sicherheit gibt.
1
Kontaktaufnahme
Sie kontaktieren uns oder buchen einen ersten Termin online.
2
Erstgespräch
Wir lernen uns kennen und besprechen Ihr Anliegen und das weitere Vorgehen.
3
Therapiestart
Wir lernen Ihre Situation genauer kennen, klären Ziele und planen gemeinsam die Behandlung.
4
Behandlungsbeginn
Die Behandlung folgt einem roten Faden mit bewährten Methoden.
Kosten und Kostenträger
Selbstzahler, private Versicherung, Beihilfe …
Es gibt keinen „richtigen“ Schweregrad, ab dem man Unterstützung suchen darf. Ein Gespräch kann sinnvoll sein, wenn eines davon auf Sie zutrifft:
Panikattacken treten wiederholt auf oder werden häufiger und stärker.
Die Sorge vor der nächsten Attacke begleitet Sie über weite Teile des Tages.
Sie meiden Anstrengung, Verkehrsmittel, Termine oder das Alleinsein aus Angst vor einem Anfall.
Arbeit, Ausbildung, Beziehungen oder Freizeit werden durch die Angst eingeschränkt.
Sie kontrollieren häufig Ihren Körper oder suchen wiederholt ärztliche Rückversicherung.
Sie haben das Gefühl, mit bisherigen Bewältigungsversuchen allein nicht weiterzukommen.
Wenn es gerade nicht warten kann
Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, oder sich in einer akuten Krise befinden, holen Sie sich bitte sofort Unterstützung – Sie müssen damit nicht allein bleiben:
Telefonseelsorge
0800 111 0 111
(rund um die Uhr, kostenfrei)
Krisendienst
www.berliner-krisendienst.de
Im Notfall
Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Klinik
FAQs
Kann eine Panikattacke gefährlich werden?
Eine Panikattacke fühlt sich oft lebensbedrohlich an, ist für sich genommen aber in der Regel nicht gefährlich und klingt von selbst wieder ab. Neue, ungewöhnliche oder anders verlaufende Beschwerden sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden, damit körperliche Ursachen nicht übersehen werden.
Welche Rolle können Medikamente spielen?
Medikamente können bei einer Panikstörung je nach individueller Situation eine Behandlungsoption sein, ersetzen aber keine persönliche ärztliche Beratung. Nutzen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Behandlungsdauer sollten ärztlich besprochen werden; eine eigenständige Einnahme oder Veränderung ist nicht ratsam.
Ist eine psychotherapeutische Behandlung auch online möglich?
Bestimmte Gespräche und Übungen können grundsätzlich per Video stattfinden, sofern die Praxis dies anbietet und das Format fachlich geeignet ist. Bei Übungen in angstauslösenden Situationen, Krisen oder komplexen Begleiterkrankungen wird individuell geklärt, welches Setting angemessen ist.
Wie können Angehörige unterstützen?
Hilfreich sind Ruhe, Verständnis und verlässliche Absprachen, ohne dauerhaft jede mögliche Belastung für die betroffene Person zu übernehmen. Angehörige können nachfragen, welche Unterstützung während und nach einer Attacke erwünscht ist, und dabei auch die eigenen Grenzen beachten.
Was kann ich während einer Panikattacke selbst tun?
Vielen Menschen hilft es, sich bewusst zu machen, dass die Angstreaktion ihren Höhepunkt erreicht und dann wieder nachlässt. Ruhiges Atmen und das Wahrnehmen der Umgebung können unterstützen. Solche Strategien ersetzen keine Behandlung, wenn Attacken wiederholt auftreten.
Fachlich geprüft von
Nicolas Sander
Fachkundenachweis Verhaltenstherapie
Approbiert nach § 1 PsychThG
Psychologischer Psychotherapeut
Zuletzt geprüft 08.07.26
zum Profil →