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Das wichtigste auf einen Blick

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Gelegentliche unruhige Nächte sind normal; anhaltende Einschlafprobleme mit spürbaren Tagesfolgen können auf eine Insomnie hinweisen.

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Typisch sind langes Wachliegen, zunehmende Anspannung vor dem Zubettgehen und Beeinträchtigungen von Stimmung, Konzentration oder Leistungsfähigkeit.

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Meist wirken Anfälligkeit, aktuelle Belastungen und ungünstig gewordene Bewältigungsversuche zusammen; bei anhaltendem Leidensdruck ist Unterstützung sinnvoll.

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Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie setzt gezielt an aufrechterhaltenden Faktoren an und eröffnet realistische Veränderungsmöglichkeiten.

Was ist eine nichtorganische Insomnie?

Nichtorganische Insomnie, umgangsspachlich Einschlafprobleme, bedeutet, dass der Übergang vom Wachsein zum Schlafen wiederholt schwerfällt oder als deutlich zu lang erlebt wird. Einzelne unruhige Nächte sind eine normale Reaktion auf Stress, Aufregung, ungewohnte Zeiten oder eine veränderte Umgebung. Von einer Insomnie wird erst gesprochen, wenn Schlafprobleme trotz ausreichender Schlafgelegenheit anhalten und das Befinden oder die Leistungsfähigkeit am Tag beeinträchtigen. Einschlafprobleme können dabei allein auftreten oder mit nächtlichem Erwachen und zu frühem Aufwachen verbunden sein. In der deutschen ICD-10-GM kann eine eigenständige nichtorganische Insomnie unter F51.0 und eine organisch eingeordnete Ein- und Durchschlafstörung unter G47.0 erfasst werden; die ICD-11 führt die chronische Insomniestörung unter 7A00. Welche Einordnung passt, lässt sich nicht allein aus der gefühlten Einschlafdauer ableiten. Anhaltende Beschwerden sind grundsätzlich behandelbar, wobei die passende Unterstützung von der individuellen Situation abhängt.

Einschlafprobleme beschreiben zunächst ein Symptom. Erst bei bestimmten Voraussetzungen kann eine Insomnie beziehungsweise Schlafstörung diagnostisch in Betracht kommen.

Insomnie

Einschlafprobleme

Einschlafstörungen

Schlaflosigkeit

Einschlafprobleme und Einschlafstörungen werden häufig gleichbedeutend gebraucht. Schlaflosigkeit ist ein weiter gefasster Alltagsbegriff, der auch häufiges Erwachen oder eine insgesamt unbefriedigende Schlafqualität einschließen kann.
Eine Insomnie ist mehr als eine einzelne schlechte Nacht. Für eine diagnostische Einordnung werden unter anderem Häufigkeit, Dauer, ausreichende Gelegenheit zum Schlafen und Beeinträchtigungen am Tag berücksichtigt. Durchschlafstörungen und Früherwachen sind weitere mögliche Erscheinungsformen. Eine zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung beruht dagegen auf einer Verschiebung zwischen dem individuellen Schlafrhythmus und den erforderlichen Schlafzeiten.

Tritt häufig zusammen auf mit:

Depressiven Störungen

Angststörungen

Posttraumatischen Belastungsstörungen

Substanzbezogenen Störungen

Auf einen Blick: Die Fakten




Quellen

LinkZwei diagonal ineinandergreifende Kettenglieder als Symbol für einen Verweis

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Woran erkennt man anhaltende nichtorganische Insomnie?

Im Mittelpunkt steht das wiederholte, als belastend erlebte Wachliegen trotz ausreichender Möglichkeit zum Schlafen. Wie lange das Einschlafen dauert und welche Tagesfolgen entstehen, kann individuell und von Nacht zu Nacht variieren.

UrsachenGehirn von oben mit zwei Hälften

Im Denken

  • Gedanken kreisen um Erlebnisse oder Aufgaben
  • Die Uhrzeit wird immer wieder kontrolliert
  • Die nächste Nacht wird sorgenvoll erwartet
  • Der Gedanke „Ich muss jetzt schlafen“ setzt unter Druck

Wann Hilfe suchenHerz als Symbol für Zuwendung und Unterstützung

Im Fühlen

  • Innere Unruhe beim Zubettgehen
  • Frustration über das erneute Wachliegen
  • Angst vor den Folgen am nächsten Tag
  • Hilflosigkeit gegenüber dem eigenen Schlaf

Im Verhalten und KörperRuhig stehende Person als Symbol für Körper und Verhalten

Im Verhalten und Körper

  • Häufiges Wechseln der Schlafposition
  • Früheres Zubettgehen als Ausgleich
  • Längeres Liegenbleiben oder Ruhen am Tag
  • Müdigkeit bei gleichzeitiger körperlicher Anspannung

Wie sich nichtorganische Insomnie anfühlen können

Paul, 27, arbeitet in einer kleinen Steuerkanzlei und wirkt tagsüber zuverlässig und gut organisiert. Seit einigen Wochen liegt sie abends häufig lange wach, obwohl sie sich zuvor müde gefühlt hat. Sobald das Licht aus ist, geht sie Gespräche und Aufgaben des Tages noch einmal durch und rechnet aus, wie viele Stunden Schlaf ihr verbleiben. Ihr Herz schlägt schneller, und der Gedanke, am nächsten Morgen nicht leistungsfähig zu sein, macht sie noch wacher. Um Schlaf nachzuholen, geht sie immer früher ins Bett, bleibt am Wochenende länger liegen und sagt abendliche Verabredungen vorsichtshalber ab. Trotzdem wird das Einschlafen nicht leichter; das Schlafzimmer fühlt sich zunehmend wie ein Ort des Prüfens und Wartens an. Als Mara während einer Besprechung kaum folgen kann und ungewohnt gereizt reagiert, erzählt sie ihrer Schwester erstmals von den Nächten. Im Gespräch merkt sie, wie sehr die Versuche, den Schlaf zu kontrollieren, inzwischen ihren Alltag bestimmen, und beschließt, sich fachlich beraten zu lassen.

Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung – Ähnlichkeiten mit realen Personen sind zufällig.

Wie entstehen Einschlafprobleme?

Meist gibt es nicht die eine Ursache, sondern ein Zusammenspiel aus persönlicher Anfälligkeit, aktuellen Auslösern und später hinzukommenden aufrechterhaltenden Gewohnheiten. Einschlafprobleme sind weder selbst verschuldet noch Ausdruck mangelnder Willenskraft.

Menschen unterscheiden sich in ihrer Schlafregulation, ihrem zirkadianen Rhythmus und darin, wie stark ihr Wachsystem auf Belastungen reagiert. Auch Schmerzen, hormonelle Veränderungen, körperliche Erkrankungen, Medikamente oder andere Schlafstörungen können den Schlaf beeinträchtigen. Diese Faktoren erhöhen eine Anfälligkeit, bestimmen den Verlauf aber nicht allein.
Grübeln, anhaltende Sorgen, erhöhte Selbstbeobachtung und starke Erwartungen an den Schlaf können das Abschalten erschweren. Nach wiederholt schlechten Nächten kann bereits die Sorge vor dem Wachliegen zusätzliche Anspannung auslösen. Solche Reaktionen sind zunächst verständlich, können Beschwerden später jedoch mit aufrechterhalten.
Schichtarbeit, Pflegeaufgaben, familiäre Konflikte, beruflicher Druck oder wechselnde Tagesabläufe können Schlafprobleme auslösen. Lärm, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und soziale Belastungen können ebenfalls beitragen. Werden unregelmäßige Schlafzeiten oder Rückzug langfristig zur Bewältigungsstrategie, können sie den Schlaf zusätzlich destabilisieren.

Der Kreislauf aufrechterhaltender Einschlafprobleme

Nach einer schlechten Nacht wächst häufig der Druck, in der nächsten Nacht unbedingt schlafen zu müssen. Früheres Zubettgehen, längeres Liegenbleiben oder Ruhephasen am Tag erscheinen kurzfristig sinnvoll, können aber den nächtlichen Schlafdruck verringern. Gleichzeitig wird das Bett immer stärker mit Wachliegen, Kontrollieren und Sorge verbunden. So kann aus einem verständlichen Ausgleichsversuch neue Wachheit entstehen, die den Kreislauf fortsetzt. Das 3‑P‑Modell nach Spielman unterscheidet vorbestehende Anfälligkeiten, auslösende Belastungen und aufrechterhaltende Faktoren. Das Schaubild konzentriert sich auf den veränderbaren dritten Bereich: Werden Schlafdruck, erlernte Wachheit und gedanklicher Druck gemeinsam betrachtet, lässt sich der Kreislauf schrittweise verändern, ohne Schlaf erzwingen zu müssen.

Selbsttest für nichtorganische Insomnie

Der deutschsprachige Insomnia Severity Index (ISI) kann eine erste Orientierung zur wahrgenommenen Schwere von Schlafproblemen und ihren Auswirkungen geben. Das Ergebnis ersetzt keine fachliche Diagnostik.

Der Test ersetzt keine Diagnose – eine verlässliche Einschätzung ist nur im persönlichen Gespräch möglich.

Wann sollte man Hilfe suchen?

Es gibt keinen „richtigen“ Schweregrad, ab dem man Unterstützung suchen darf. Ein Gespräch kann sinnvoll sein, wenn eines davon auf Sie zutrifft:

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Die nichtorganische Insomnie besteht über mehrere Wochen oder treten immer wieder auf.

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Das Zubettgehen ist regelmäßig mit deutlicher Sorge oder Anspannung verbunden.

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Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme beeinträchtigen den Alltag.

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Arbeit, Beziehungen oder Freizeitaktivitäten leiden unter den Schlafproblemen.

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Sie meiden Termine oder verändern Ihren Tagesablauf zunehmend aus Sorge vor einer schlechten Nacht.

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Eigene Versuche bringen keine Entlastung oder verstärken den Druck zusätzlich.

Wenn es grade nicht warten kann

Wenn Sie Gedanken haben, sich etwas anzutun, oder sich in einer akuten Krise befinden, holen Sie sich bitte sofort Unterstützung – Sie müssen damit nicht allein bleiben:

Telefonseelsorge

0800 111 0 111
(rund um die Uhr, kostenfrei)

Krisendienst

www.berliner-krisendienst.de

im Notfall

Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Klinik

Bei anhaltender Insomnie empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie, kurz KVT‑I, als Behandlung der ersten Wahl. Sie verbindet eine sorgfältige Diagnostik mit Schlafwissen, verhaltensbezogenen und kognitiven Interventionen sowie dem Transfer in den Alltag. Auswahl, Reihenfolge und Tempo werden gemeinsam festgelegt und an körperliche Erkrankungen, weitere psychische Belastungen und die persönliche Lebenssituation angepasst.

Ein Schlaftagebuch kann sichtbar machen, wann Müdigkeit, Wachliegen, Tagesruhe und wechselnde Schlafzeiten zusammenkommen. Daraus entsteht ein individuelles Erklärungsmodell, das zwischen Auslösern und aufrechterhaltenden Faktoren unterscheidet.
Bei der Stimuluskontrolle wird die Verbindung zwischen Bett, Wachliegen und Anspannung schrittweise verändert. Konkrete Regeln werden so ausgewählt, dass sie zur Lebenssituation passen und sicher umgesetzt werden können.
Eine vorübergehend angepasste Bettzeit kann helfen, Wachzeiten im Bett zu verringern und Schlaf wieder zu bündeln. Dieses Vorgehen wird geplant, regelmäßig überprüft und bei starker Tagesschläfrigkeit oder gesundheitlichen Risiken entsprechend angepasst.
Katastrophisierende Gedanken über die Folgen einer schlechten Nacht und starre Anforderungen an den eigenen Schlaf werden gemeinsam untersucht. Ziel ist nicht, sich Schlaf „einzureden“, sondern Druck und nächtliche Kontrollversuche zu verringern.
Geeignete Entspannungs- und Aufmerksamkeitsübungen können den Umgang mit körperlicher Aktivierung und Gedankenkreisen erleichtern. Sie werden nicht als Pflichtprogramm zum Erzwingen des Schlafs eingesetzt.
Hilfreiche Schlafzeiten, der Umgang mit Rückschlägen und persönliche Warnzeichen werden für den Alltag zusammengeführt. So entsteht ein Plan für Belastungsphasen, Reisen, Krankheit oder vorübergehend unruhige Nächte.

Ablauf

So läuft der Start ab

Ein klar strukturierter Prozess, der Orientierung und Sicherheit gibt.

1

KontaktanfrageBriefumschlag als Symbol für eine Kontaktanfrage

Kontaktaufnahme

Sie kontaktieren uns oder buchen einen ersten Termin online

2

ErstgesprächZwei Sprechblasen im Dialog als Symbol für das Erstgespräch

Erstgespräch

Wir lernen uns kennen und besprechen Ihr Anliegen und das weitere Vorgehen

3

Therapiestart

Wir lernen Ihre Situation genauer kennen, klären Ziele, und planen gemeinsam die Behandlung.

4

TherapiestartWachsender Pflanzenspross als Symbol für den Therapiestart

Behandlungsbeginn

Die Behandlung folgt einem roten Faden mit bewährten Methoden

FAQs

Häufige Fragen rund um das Themengebiet und die Therapie

Nicht bei allen Einschlafproblemen ist eine Untersuchung im Schlaflabor erforderlich. Sie kann erwogen werden, wenn Hinweise auf andere Schlafstörungen bestehen, die Diagnose unklar bleibt oder eine leitliniengerechte Behandlung keine ausreichende Veränderung gebracht hat. Die Entscheidung erfolgt ärztlich und anhand der individuellen Befunde.

Medikamente können in bestimmten Situationen ärztlich erwogen werden, sind aber nicht für jede Person und nicht automatisch für eine längerfristige Anwendung geeignet. Nutzen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und die empfohlene Anwendungsdauer sollten individuell abgeklärt werden. Bei chronischer Insomnie empfiehlt die Leitlinie zunächst die KVT‑I.

Nein, die Eignung hängt unter anderem von Alter, Ursache, Präparat und Schlaf-Wach-Rhythmus ab. Nahrungsergänzungsmittel und zugelassene Arzneimittel sind dabei nicht gleichzusetzen. Eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung kann helfen, Nutzen und Risiken realistisch einzuordnen.

Psychotherapeutische Gespräche und kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können grundsätzlich auch videobasiert oder internetgestützt erfolgen. Ob dies fachlich passt und von der jeweiligen Praxis angeboten wird, sollte vorab geklärt werden. Bei möglichen körperlichen Ursachen bleibt eine medizinische Abklärung wichtig.

Ein offenes Gespräch kann helfen, nächtliche Missverständnisse und gegenseitigen Lösungsdruck zu verringern. Gemeinsame Vereinbarungen sollten den Schlaf beider Personen berücksichtigen, ohne das Schlafzimmer dauerhaft zum Ort der Problembesprechung zu machen. Bei anhaltenden Konflikten kann das Thema in die Behandlung einbezogen werden.

Nicolas Sander

Fachlich geprüft von

Nicolas Sander

Fachkundenachweis Verhaltenstherapie

Nachweis einer vertieften Qualifikation im Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie.

Approbiert nach § 1 PsychThG

Die Approbation ist die staatliche geprüfte Zulassung zur Ausübung der Psychotherapie gemäß § 1 PsychThG.

Psychologischer Psychotherapeut

Gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung für approbierte Psychotherapeut:innen.

Zuletzt geprüft 08.07.26

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